2014 – 2. Schachbundesliga

Zwei Arbeitssiege…

Nach einer Niederlage (3,5-4,5 gegen den SC Forchheim) am ersten und einem Sieg (4,5-3,5 gegen die SF Bad Mergentheim) am zweiten Spieltag hatte die Schachmannschaft des TSV Bindlach-Aktionär am Wochenende zwei richtungsweisende Mannschaftskämpfe zu bestreiten. Insgesamt spielten die Bindlacher am Samstag und Sonntag 16 Schachpartien, von denen 14 mit einer Punkteteilung endeten. Selbst wenn man bedenkt, dass gut 40 Prozent aller Partien keinen Sieger finden, ist das ein bemerkenswerter Wert, der die Ausgeglichenheit der 2. Liga unterstreicht. Die übrigen beiden Partien des ersten Tages konnten die Bindlacher in Person von Petr Neuman (Weiß, Brett 2) und Jürgen Delitzsch (Schwarz, Brett 7) für sich entscheiden. Am zweiten Tag endeten sogar alle acht Partien mit einem Unentschieden.

Das Team in Aue

Am Samstag stand das Duell gegen den Schachklub Passau auf dem Programm. Nur zwei Partien fanden vor der Zeitkontrolle im 40. Zug ihr Ende: Gavin Wall (S, 5) konnte nach einem Qualitätsopfer des Gegners einer Zugwiederholung nicht ausweichen, während Gerald Löw (W, 8) seinen Vorteil aus dem Mittelspiel nicht ins Endspiel überführen konnte. Bei Mannschaftskapitän Jan Krensing (W, 4) wurde in einer Partie, die von vielen Abtäuschen geprägt war, nach 47 Zügen der Punkt geteilt. Nach den Siegen von Delitzsch (S, 7) und Neuman (W, 2) war der Erfolg der Bindlacher in trockenen Tüchern, da in den Endspielen von Martin Petr (S, 1), Pavel Cech (S, 3) und Andreas Wetscherek (W, 6) keine rechte Spannung mehr aufkommen wollte. Als auch in diesen Duellen der Frieden besiegelt war, konnten sich die Oberfranken über einen 5-3-Sieg freuen.

Im zweiten Spiel des Wochenendes musste der TSV Bindlach-Aktionär am Sonntag gegen den TSV Wacker Neutraubling antreten. Die Mannschaft aus dem Landkreis Regensburg konnte sich als Meister der Oberliga Bayern für die 2. Bundesliga qualifizieren. Nachdem die Neutraublinger am Vortag den Erfurter SK überraschend mit 5-3 bezwungen hatten, war absehbar, dass den Bindlachern trotz leichter nomineller Vorteile ein ausgeglichener Kampf bevorsteht. Die Partien von Petr (S, 2), Pavel (W, 3) und Gavin (W, 5) mündeten allesamt in ausgeglichene Mittelspielstellungen, in denen nach etwas mehr als 20 Zügen ein Remis vereinbart wurde. Zu diesem Zeitpunkt war einzig Jans Partie (S, 4) aus dem Gleichgewicht geraten. Nach einem doppelten Qualitätsopfer gefolgt von zwei ungenauen Zügen, musste sein Gegner jedoch die Zugwiederholung ergreifen, um nicht in Schwierigkeiten zu geraten. Dieser glückliche Ausgang wurde dadurch kompensiert, dass Jürgen (W, 7) und Gerald (S, 8) ihre zwischenzeitliche Initiative nicht in einen Sieg ummünzen konnten. Auch Martin (W, 1) gelang es am Spitzenbrett nicht, seinen Gegner in die Knie zu zwingen. So richteten sich erneut alle Blicke auf das Spiel von „Marathon-Mann“ Andreas (S, 6), der zum dritten Mal in Folge die längste Partie des Tages bestritt. Lange Zeit bemühte sich der Gegner, seinen leichten Stellungsvorteil zu vergrößern, doch Andreas konnte alle gegnerischen Gewinnversuche abwehren und das 4-4-Unentschieden sichern.

Im parallel ausgetragenen Spiel konnte der Erfurter SK mit 5,5-2,5 gegen den SK Passau gewinnen. Am 6./7. Dezember werden die Bindlacher nach Aue ins Erzgebirge reisen, um sich mit den Mannschaften aus Leipzig und Aue zu messen.


Bindlach mit Sieg und Niederlage

Am vergangenen Wochenende hat die neue Schachsaison der 2. Bundesliga Ost mit einem Doppelspieltag in Forchheim begonnen. Im siebten aufeinanderfolgenden Jahr ist auch die erste Mannschaft des TSV Bindlach-Aktionär mit von der Partie.

Die Reform des Vorjahres war auf breite Zustimmung gestoßen, sodass stets zwei Mannschaftskämpfe an einem Wochenende stattfinden – der eine samstags um 14 Uhr, der andere sonntags um 10 Uhr. Aber auch in diesem Jahr hatte der Deutsche Schachbund eine kleine Änderung parat: Die Bedenkzeit wurde von „Fischer kurz“ (90 Minuten für 40 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie bei 30 Sekunden Aufschlag pro Zug) auf „Fischer lang“ (100 Minuten für 40 Züge + 50 Minuten für den Rest der Partie bei 30 Sekunden Aufschlag pro Zug) verlängert. Dies machte sich sogleich bemerkbar, indem das Samstagsspiel 6:15 h und das Sonntagsspiel 6:30 h dauerte.

Der erste Spieltag der Saison 2014/15 sah dieselbe Paarung vor, mit der die Vorsaison geendet war: Schachclub Forchheim gegen TSV Bindlach-Aktionär, das Duell der beiden fränkischen Mannschaften. Die Bindlacher mussten den Ausfall von Kapitän Jan Krensing kompensieren, der aus beruflichen Gründen nicht mitwirken konnte. Er wurde von Bertram Spitzl (Schwarz, Brett 8) vertreten, der zu seinem ersten Zweitliga-Einsatz seit April 2008 kam. Seine Partie endete mit einem schnellen Remis. Relativ zügig gerieten Petr Neuman (S, 2), Pavel Cech (Weiß, 3), Axel Heinz (S, 4) und Andreas Wetscherek (W, 7) in ungünstige Positionen. Nur letzterem gelang es, seine Partie zu retten und in ein Remis zu entwischen. Gleichzeitig demonstrierte Gavin Wall (S, 6) auf eindrucksvolle Art und Weise, warum das Läuferpaar dem Springerpaar in offenen Stellungen überlegen ist. Jetzt mussten Martin Petr (W, 1) und Felix Stips (W, 5) die Kohlen aus dem Feuer holen. Petr konnte seinen Gegner nach mehr als sechsstündigem Kampf in die Knie zwingen, doch Stips‘ Gegner erreichte durch umsichtige Endspielführung eine theoretische Remisstellung (König-Turm gegen König-Springer). Damit siegte Forchheim im Oberfranken-Derby genau wie in der Vorsaison mit 4,5-3,5.

Im zweiten Spiel des Wochenendes mussten die Bindlacher am Sonntag gegen die Schachfreunde Bad Mergentheim antreten. Mit vier Großmeistern und vier Internationalen Meistern im Kader gehören die Bad Mergentheimer zweifelsohne zu den Aufstiegsfavoriten. Obwohl ein Großmeister und ein Internationaler Meister nicht zum Einsatz kamen, hatten die Badener mit sechs Titelträgern an den Brettern 1 bis 6 einen leichten nominellen Vorteil. Der Mannschaftskampf begann mit einem soliden Remis von Petr (S, 1) am Spitzenbrett. Noch vor der Zeitnotphase im 40. Zug konnten Krensing (W, 6) und Wall (S, 7) ihre Partien in überzeugender Manier für sich entscheiden. Gleichzeitig verlor Stips (S, 5), der bereits während der Eröffnung in die Defensive geraten war. Beim Stand von 2,5-1,5 war eine Niederlage der Bindlacher nahezu unmöglich, da die Stellungen von Neuman (W, 2), Heinz (W, 4) und Wetscherek (W, 8) jeweils leicht vorteilhaft waren. Es hing also an der Partie von Cech (S, 3), der die spektakulärste Partie des Tages spielte. Nicht unschuldig an diesem Spielverlauf war sein russischer Gegner, der bereits in der Eröffnung ein doppeltes Bauernopfer präsentierte. Schon nach 15 Zügen hatte sich ein gefährlicher Freibauer auf der h-Linie gebildet, der permanent drohte, sich in eine neue Dame umzuwandeln. Angesichts ständiger Drohungen wurde auf das Rochieren gänzlich verzichtet. Nichtsdestotrotz standen zum Zeitpunkt von Cechs Aufgabe der weiße König auf h2 und der schwarze auf b8. Währenddessen zeichnete sich ab, dass der Vorteil von Neuman und Heinz nicht zum Sieg ausreichen wird. Nach fünf Stunden Spielzeit war der Spielstand mit 3,5-3,5 wieder ausgeglichen. Es sollte weitere 90 Minuten und insgesamt 92 Züge dauern, bis Wetschereks Partie entschieden war. Seit geraumer Zeit hatte er zwei Mehrbauern in einem Damen-Endspiel, doch die gegnerische Dame war weit in sein Lager eingedrungen, wobei die Gefahr eines Dauerschachs beständig in der Luft lag. Doch Wetscherek behielt die Übersicht und sicherte den Mannschaftssieg durch seinen Partiegewinn. Durch diesen Erfolg kletterten die Bindlacher auf den vierten Tabellenplatz.

In den parallel ausgetragenen Spielen konnte der Erfurter SK mit 5,5-2,5 gegen den SC Forchheim und mit 4,5-3,5 gegen die SF Bad Mergentheim gewinnen. In zwei Wochen werden die Bindlacher nach Erfurt fahren, um sich mit den Mannschaften aus Neutraubling und Passau zu messen, die in der Vorsaison als Meister und Vize-Meister aus der Oberliga Bayern aufgestiegen sind.