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Bayerische Landesliga   Erste Matchball abgewehrt
26.02.2018 von Joerg Heimerdinger

Wie bereits berichtet ist jede weitere Runde in der Landesliga Nord für die zweite Mannschaft des TSV Bindlach-Aktionär nun ein Endspiel. Nur wenn man in jeder Runde punktet, bleiben die Chancen auf den Klassenerhalt gewahrt. Vor diesem Hintergrund kann man sich leicht vorstellen, dass die Stimmung vor dem Heimspiel gegen Forchheim II auf dem Tiefpunkt war, nachdem man trotz aller Benühungen nur 7 Spieler hatte mobilisieren können, von denen einer auch noch am Sonntag Morgen wegen hohem Fieber ausfiel.
Nachdem beide Teams ihre Aufstellung abgegeben hatten, wusste man zunächst nicht, ob man lachen oder weinen sollte: Die Forchheimer hatten ganz ähnliche Sorgen und waren ebenfalls nur zu sechst angereist. Da beide Teams jeweils zwei Schwarzbretter freigelassen hatten, stand es also schon frühzeitig 2-2 und beide Teams konnten noch auf den Sieg hoffen. Zu lachen war jedoch niemandem zumute, denn eigentlich ist es traurig, wenn man sieht, wie arg die beiden fränkischen Traditionsvereine darum kämpfen müssen, eine volle Mannschaft an die Bretter zu bringen.
An den verbliebenen 4 Brettern folgte ein spannender Kampf, der ein Stück weit Pokalcharakter hatte. Am Spitzenbrett musste Johannes Pfadenhauer gegen Stäblein eine Qualität für zwei Bauern geben und schien Kompensation zu haben. Valeri Dalinger hatte am Nachbarbrett gegen Weigel eine vielversprechende Angriffsposition aufgebaut. Am siebten Brett hatte Marcus Hassa gegen Kristin Braun mit den schwarzen Steinen Ausgleich erzielt doch es bahnte sich beiderseitige Zeitnot an. Last but not least zeigte Nachwuchstalent Annika Petzold am achten Brett eine couragierte Leistung, hatte jedoch gegen Routinier Radeck einen Bauern abgeben müssen. Insgesamt befand sich der Wettkampf ungefähr im Gleichgewicht.
Mit der Zeitnotphase wendete sich das Blatt an zwei Brettern, doch nach wie vor war der Kampf ausgeglichen: Während Johannes unter starken Druck und ins Hintertreffen geraten war, hatte Marcus einen starken Freibauern bilden können und stand nun vielversprechend.
Das erste Ergebnis des Tages lieferte schließlich Valeri, der seinen Angriff unter Figurenopfer sehenswert zum Sieg führte. Kurz darauf musste jedoch Johannes den Ausgleich zum 3-3 Zwischenstand zulassen.
Im packenden Zeitnotduell an Brett 7 behielt Marcus den Überblick und umschiffte sicher alle Dauerschachdrohungen, die seine Gegnerin noch aufstellte. Schließlich fuhr er den wichtigen vollen Punkt ein, der die Bindlacher mit 4-3 in Führung brachte. Somit lag zusätzlicher Druck auf dem Gastspieler, gegen den Annika eine im entstandenen Endspiel mit Dame und Läufer gegen Dame und Springer zwar nach wie vor ihren Minusbauern, doch im Gegenzug die aktiveren Figuren besaß. In der Folge kämpfte Annika wie eine Löwin und ging ihrerseits am Damenflügel auf Bauernjagd, musste jedoch ihren Läufer abgeben, um eine Mattdrohung abzuwenden. Nach fast der vollen Wettkampfdauer war schließlich eine Situation entstanden, in der Annikas Freibauern am Damenflügel weit vorgerückt waren, während ihr Gegenüber noch kein komplettes Mattnetz hatte schnüren können. Unter dem Druck der Uhr wusste sich Radeck keinen besseren Rat als Dauerschach zu geben.
Dies bedeutete den umjubelten 4,5-3,5 Endstand für Bindlach, der jedoch gleichzeitig höchst schmeichelhaft war, bedenkt man, dass man nur mit 6 Spielern angetreten war. Durch diesen Sieg konnten die Bindlacher erstmals das Tabellenende verlassen und rückten nun auf Rang 8 vor. Dies bedeutet jedoch noch keineswegs den Klassenerhalt, da es in diesem Jahr voraussichtlich drei Absteiger geben wird.
Den nächsten Matchball gilt es am 18. März abzuwehren, wenn die Bindlacher (dann hoffentlich zu acht) beim Tabellenzweiten Bavaria Regensburg ran müssen.


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